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Kein Anspruch auf Entgeltfortzahlung bei Selbstverschulden

 

10.09.2015

Voraussetzung für den Anspruch auf Entgeltfortzahlung wegen Arbeitsunfähigkeit infolge von Krankheit ist, dass den Arbeitnehmer kein Verschulden trifft (§ 3 Abs. 1 EntgFG). Was unter „schuldhaft“ oder „unverschuldet“ zu verstehen ist, ist gesetzlich nicht geregelt.

Das BAG vertrat im Urteil vom 18.03.2015 die Auffassung, dass einem Arbeitnehmer nur dann ein Verschulden im vorstehenden Sinn anzulasten ist, wenn er in erheblichem Maße gegen das von einem verständigen Menschen in seinem eigenen Interesse zu erwartende Verhalten verstößt. Bei einem alkoholabhängigen Arbeitnehmer fehlt es suchtbedingt auch im Fall eines Rückfalls nach einer Therapie regelmäßig an einem solchen Verschulden.