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Kurzüberblick über Änderungen ab 2016

 

06.01.2016

1 - Grundfreibetrag
Ab Januar 2016 wird der steuerliche Grundfreibetrag von gegenwärtig 8.472 EUR auf 8.652 EUR angehoben. So soll vermieden werden, dass der Anteil des Einkommens, der für den Lebensunterhalt absolut notwendig ist, steuerlich belastet wird.

2 - Altersvorsorgeaufwendungen
Der Höchstbetrag für sogenannte Altersvorsorgeaufwendungen steigt 2016 auf 22.767 EUR bei Ledigen und 45.534 EUR bei Verheirateten. Bis 2014 betrug der Höchstbetrag noch 20.000 EUR bzw. 40.000 EUR (Alleinstehende / Verheiratete). Von dem neuen Höchstbetrag wirken sich 2016 aber max. 82 % steuerlich aus. Dieser Prozentsatz steigt von Jahr zu Jahr. Real wirken sich 2016 also max. 18.669 EUR bzw. 37.338 EUR steuermindernd aus. Als Altersvorsorgeaufwendungen gelten Beitragszahlungen in die gesetzliche Rentenversicherung, für berufsständische Versorgungseinrichtungen, in die landwirtschaftliche Alterskasse, eine Rürup-Rente sowie seit 2014 zu einer bestimmten Berufsunfähigkeitsversicherung.

3 - Lohnsteuerfreibetrag
Der Lohnsteuerfreibetrag, den jeder Arbeitnehmer beim Finanzamt beantragen kann, galt bislang für die Dauer eines Jahres und musste jedes Jahr aufs Neue beantragt werden. Ab 1. Januar 2016 gilt ein Lohnsteuerfreibetrag, den das Finanzamt einmal gewährt hat, zwei Jahre.

4 - Betriebliche Altersvorsorge
Von den Zahlungen, die Arbeitnehmer im Rahmen einer Gehaltsumwandlung in eine Direktversicherung, eine Pensionskasse oder Pensionsfonds leisten, bleiben bis zu vier Prozent der Beitragsbemessungsgrenze West steuer- und sozialversicherungsfrei. Zum 1. Januar 2016 steigt diese Beitragsbemessungsgrenze von 72.600 EUR auf 74.400 EUR. Hierdurch erhöht sich der geförderte Betrag von bisher 2.904 EUR auf 2.976 EUR im Jahr bzw. von 242 EUR auf 248 EUR pro Monat. Die Werte gelten in West und Ost.

5 - Sachbezug
Wenn Arbeitgeber ihren Angestellten freie Verpflegung oder Unterkunft gewähren, ist davon ein sogenannter Sachbezugswertsteuer- und sozialversicherungspflichtig. Bezahlt der Chef für Mitarbeiter zum Beispiel ein Mittagessen, fallen auf 3,10 EUR Steuern und Sozialversicherungsbeiträge an.

6 - Kinderfreibetrag
Das monatliche Kindergeld für das erste und zweite Kind steigt 2016 auf 190 EUR. Für das dritte Kind sind es 196 EUR. Ab dem vierten Kind beträgt das Kindergeld 221 EUR. Der Kinderfreibetrag, mit dem Besserverdienende günstiger fahren, steigt von 4.512 EUR auf 4.608 EUR pro Jahr. Der Freibetrag für Erziehung, Bildung und Ausbildung, die zweite steuerliche Komponente, mit der Familien mit Kindern unterstützt werden, bleibt mit 2.640 EUR unverändert.

7 - Geld vom Ex
Unterhaltszahlungen an bedürftige Personen sind bislang bis zum Höchstbetrag von 8.354 EUR als außergewöhnliche Belastungen besonderer Art absetzbar, ohne dass eine zumutbare Belastung angerechnet wird. Zum 1. Januar 2016 wird dieser Betrag auf 8.652 EUR angehoben.

8 - Pflegebedürftigkeit
Aufwendungen für die Unterbringung in einem Pflegeheim sind wie andere Krankheitskosten als außergewöhnliche Belastungen absetzbar. Das Finanzamt kürzt diese Kosten jedoch – anders als bei Unterhaltszahlungen an bedürftige Personen (siehe hierzu Punkt 7) – um eine zumutbare Eigenbelastung. Zu den Aufwendungen gehören nicht nur die Kosten für medizinische Leistungen und Pflege, sondern auch die Kosten für Verpflegung und Unterkunft. Wird bei einer Heim-unterbringung der eigene Haushalt aufgelöst, kürzt das Finanzamt die Heimkosten um eine sogenannte Haushalts-ersparnis. Die beträgt künftig monatlich 721 EUR.

9 - Kindergeld
Ab 1. Januar 2016 muss beim Antrag auf Kindergeld die Steuer-Identifikationsnummer sowohl des Kindergeldberechtigten als auch des Kindes angegeben werden.

10 - Erbschaft
Erben müssen dem Finanzamt künftig die Steuer-Identifikationsnummer der Verstorbenen oder Schenker und des Erwerbers mitteilen.

11 - Realsplitting
Unterhaltsleistungen an geschiedene oder dauernd getrennt lebende Ehegatten sind bis zu 13.805 EUR als Sonderausgaben absetzbar. Zusätzlich können Beiträge zur Basis-Kranken- und Pflegeversicherung des Unterhaltsempfängers abgesetzt werden. Dazu muss der Ex-Partner jedoch die Zahlungen, die er erhält, als »sonstige Einkünfte« versteuern. Ab 2016 muss der Zahlende in seiner Steuererklärung unbedingt die -Steuer-Identifikationsnummer des Unterhaltsempfängers angeben.

12 - Kalte Progression
2016 wird die sogenannte kalte Progression etwas ausgeglichen. So soll vermieden werden, dass etwaige Lohnerhöhungen, mit denen die Inflation ausgeglichen werden soll, durch den automatisch steigenden Steuersatz aufgezehrt werden. Hierzu wird der Einkommensteuertarif um 1,48 % »nach rechts« verschoben. Folge: Dadurch greifen steigende Steuersätze des progressiven Steuertarifs erst bei etwas höherem Einkommen. Unter dem Strich bleibt etwas mehr Netto vom Brutto.

13 - Kapitalanleger
Seit 2015 wird die Kirchensteuer automatisch von den Banken einbehalten und an das Finanzamt abgeführt. Hierzu fragen sie beim Bundeszentralamt für Steuern (BZSt) nach, ob der Anleger kirchensteuerpflichtig ist und welcher Religionsgemeinschaft er angehört. Bevor die Bank eine Anfrage startet, muss der Anleger darüber informiert und auf sein Widerspruchsrecht gegenüber dem BZSt hingewiesen werden. Ab 2016 müssen die Banken ihre Kunden nur einmal darüber informieren.

14 - Rentner
Rentner, die 2016 erstmals eine Rente von der gesetzlichen Rentenversicherung ausgezahlt bekommen, müssen davon 72 % versteuern. Der Prozentsatz bezieht sich auf die Bruttorente und nicht, wie häufig geglaubt, auf die Nettorente (Bruttorente minus Sozialversicherungsbeiträge). Der Bruttorentenbetrag mindert sich steuerlich lediglich um einen Werbungskosten-Pauschbetrag von 102 EUR.