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Künstliche Befruchtung bei gleichgeschlechtlicher Partnerschaft vs. Adoption

 

16.11.2015

Die Aufwendungen eines verschiedengeschlechtlichen Paares für eine medizinisch angezeigte homologe künstliche Befruchtung, d. h. unter Verwendung der Eizelle der empfängnisunfähigen Frau und der Samenzellen des männlichen Partners (vgl. BFH-Urteil vom 10. 5. 2007), oder für eine heterologe künstliche Befruchtung, d. h. unter Verwendung von Samenzellen eines Spenders (BFH, Urteil vom 10. 3. 2015 und vom 16. 12. 2010), können nach der bisherigen Rechtsprechung als Krankheitskosten zu beurteilen und damit als steuermindernde außergewöhnliche Belastungen nach § 33 EStG zu berücksichtigen sein. Der BFH ordnet insoweit die organisch bedingte Sterilität eines Partners als Krankheit ein.

Demgegenüber kommt der Kinderlosigkeit eines Paares nach der Rechtsprechung des BFH nicht selbst Krankheitswert zu. Dementsprechend stellen Aufwendungen, die einem – verschiedengeschlechtlichen – Paar aufgrund der Adoption eines Kindes im Fall organisch bedingter Sterilität eines Partners entstehen, keine Krankheitskosten dar (vgl. BFH VI R 60/11).