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Abgrenzung zwischen Bewirtungs- und Geschenkaufwendungen

 

06.09.2013

Klingt nicht dramatisch, kann aber einen großen Unterschied ausmachen: Nach § 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 1 EStG dürfen Aufwendungen für Geschenke an Personen, die nicht Arbeitnehmer des Steuerpflichtigen sind, den Gewinn grunsätzlich nicht mindern. Demgegenüber dürfen angemessene Aufwendungen für die Bewirtung von Personen aus geschäftlichem Anlass bis zu 70% abgezogen werden. In der Praxis ist diese wichtige Abgrenzung nicht immer trennscharf möglich, z.B. wenn musikalische Begleitung bei einer Unternehmensveranstaltung den Gästen geboten wird.

Bei unterhaltenden Veranstaltungen ist es nach dem sogenannten VIP Logenerlass aus Vereinfachungsgründen nicht zu beanstanden, wenn der für ein Gesamtpaket (Werbeleistung, Bewirtung, Eintrittskarten, etc.) vereinbarte Gesamtbetrag pauschal aufgeteilt wird.

Dies gilt analog auch für vergleichbare kulturelle Veranstaltungen. Wird nur die Eintrittskarte ausgegeben, handelt es sich zu 100% um einen Geschenkaufwand. Bei sogenannten Business-Seats wird unterstellt, dass kein Werbeanteil vorliegt und somit erfolgt eine hälftige Aufteilung in Geschenk- und Bewirtungsaufwendungen.

Im Fall eines Geschenks muß darüber hinaus der Empfänger den geldwerten Vorteil versteuern. Um dies zu verhindern, kann ein Unternehmen das Wahlrecht zur Pauschalversteuerung gem. § 37b EStG bei Geschäftsfreunden ausüben.

Auch darin zeigt sich der unmittelbare Vorteil, wenn sich Kosten als Bewirtungsaufwendungen qualifizieren lassen: Die Teilnahme an einer geschäftlich veranlassten Bewirtung kann keine Pauschalversteuerung auslösen.